kaiserpreisrennen 250pxAuf der bereits vom Gordon-Bennett-Rennen drei Jahre zuvor bekannten Strecke im Taunus in der Nähe von Bad Homburg, der Sommerresidenz des Kaisers, fand am 13. und 14. Juni 1907 das Kaiserpreisrennen statt. Es war das zweite und zugleich letzte internationale Automobil-Rennen in Deutschland vor dem ersten Weltkrieg.

Das vom damaligen Kaiserlichen Automobil-Club veranstaltete Rennen ist von besonderer Bedeutung für die deutsche Automobilindustrie. Da sich die deutschen Hersteller (mit einer Ausnahme) in den Jahren zuvor nur wenig an den großen internationalen Rennen beteiligt hatten, drohte die deutsche Automobilindustrie im In- und Ausland ins Hintertreffen zu gelangen und es kamen gar Zweifel an ihrer Leistungsfähigkeit auf. Dem sollte das vom damaligen K.A.C. und dem VDMI, Vorläufer des heutigen VDA, geplante Rennen, für das der Kaiser einen Ehrenpreis stiftete, entgegenwirken.

Das Kaiserpreisrennen wurde nicht als Wettbewerb für Rennfahrzeuge geplant, sondern als internationale Straßenprüfung für Tourenwagen mit besonderen Auflagen und Beschränkungen. Mit der Ausschreibung nahm man somit erstmals bei einem großen internationalen Rennen Einfluss auf die Konstruktion der teilnehmenden Fahrzeuge. Das Kaiserpreisrennen erhielt somit eine besondere Bedeutung für die Entwicklung des internationalen Automobilsports und der Fahrzeugkonstruktion.

Dass der K.A.C. das richtige Reglement getroffen hatte, bewies auch die Zahl der Meldungen. 92 Meldungen von 42 Marken, so viel wie bei keinem vergleichbaren bisherigen Rennen, machten zwei Ausscheidungsrennen erforderlich.

Sieger wurde der Italiener Felice Nazzaro auf Fiat. Carl Jörns auf Opel belegte den dritten Platz und gewann den Kaiserpreis als bester deutscher Wagen.